Kontak e. V. Archiv

Laienhelfer 2015

Die ehrenamtlichen  Mitarbeiterinnen und  Mitarbeiter des Projektes  „Über  KONTAKT zum Lernen“  bieten  überwiegend  Kindern  und  Jugendlichen  Unterstützung  an,  die  sich  in  einer schwierigen  Lebensphase  oder  -situation  befinden,  die  in  der  Schule  Lernschwierigkeiten haben, ihre Hausaufgaben unzuverlässig erledigen und/oder die sich nur schwer konzentrieren können. Sie arbeiten mit einem Kind/Jugendlichen an einem oder zwei Tagen in der Woche jeweils zwischen 1 ½ bis 2 Stunden. Die Betreuung ist langfristig angelegt. Sie geschieht in entsprechend ausgestatteten Räumen in Reinbek, Glinde und Trittau und seit 2009 auch direkt in der Schule. 

Seit 2011 arbeiten Ehrenamtliche auch in der Grundschule Mühlenredder einmal wöchentlich als  „Schulbegleiter“  am Vormittag während des  Unterrichts. Ihre  Aufgabe  ist, das  Kind  zu fokussieren  und  ihm  zu  ermöglichen,  sich  zu  konzentrieren  und  aktiv  am Unterrichtsgeschehen teilzunehmen. Die Ehrenamtlichen sind dabei im engen Austausch mit den Lehrern und werden als große Stütze und Entlastung angesehen. Erstmalig  wurde  2014  zum  Wohle  des  Kindes  auch  eine  Mutter  durch  unser  Projekt unterstützt, die bisher kein Deutsch sprach und nicht schreiben und lesen konnte.
 
Seit  Beginn  des  Projektes  1999  wurden  und  werden  74  Kinder,  Jugendliche  und  junge Erwachsene sowie 1 Erwachsene von 47 Ehrenamtlichen begleitet und unterstützt.
 
2015 haben 11 Ehrenamtliche  insgesamt 11  Kinder, Jugendliche und  junge Erwachsene  im Alter von 8 bis 27 Jahren begleitet, davon konnten 4 Kinder aus der Betreuung verabschiedet werden. Der regelmäßige Kontakt dauert oder dauerte von kurzfristig einige Monate bis hin zu  mittlerweile  9  Jahren.  Ein  junger  Erwachsener  wird  weiterhin  noch  berufsbegleitend betreut  sowie  eine  erwachsene  ausländische  Frau/Mutter  beim  Erlernen  des  Lesens  und Schreibens unterstützt.
 
Die  Arbeit  mit  den  Kindern/Jugendlichen  bedeutet  eine  hohe  Anforderung  an  die Persönlichkeit der Ehrenamtlichen.
 
Die  ehrenamtlichen  Mitarbeiterinnen  und  Mitarbeiter  werden  fachlich  durch  Gisa  Poltrock, und  organisatorisch  durch  Nicole  Hilgert  aus  dem  Beratungszentrum  Südstormarn  in  ihrer Arbeit unterstützt. Es wurden zwei Arbeitstreffen im Monat durchgeführt, die genutzt wurden zu:
-  Fallbesprechungen
-  Erfahrungsaustausch (voneinander lernen)
-  Fortbildung zu ausgewählten Themen
-  Organisatorisches
-  Gemütliches Zusammensein 
   
Für  die  kontinuierliche  Arbeit  der  Ehrenamtlichen  ist  eine  regelmäßige  Supervision  und Begleitung der Gruppen unerlässlich. Folgende Punkte wurden bei den Treffen unter anderem thematisiert:
 
12.3.2015
Fortbildung zum Schutzkonzept unter Einbeziehung der ethischen Leitlinien des Beratungszentrums
 
7.5.2015
Fortbildung „Menschen graphisch visualisieren“
 
1. und 2.7.2015
Zweitägige Fortbildung im Plöner Seminarhaus „Akademie am See“
-  Wer sich nicht spüren kann, kann nicht sozial sein
-  Selbstwahrnehmung spielend lernen
-  Mobbing / Cybermobbing
-  Stand up-Training
-  Stärkende Grundbotschaften
 
Die  Ehrenamtlichen  begleiten  die  Hausaufgaben,  sie  spielen,  reden,  sorgen  für  Regeln, streiten,  helfen  bei  der  Suche  nach  einem  Praktikums-  bzw.  Ausbildungsplatz  und  haben Spaß.  Wertvoll  für  die  Entwicklung  der  Kinder/Jugendlichen  sind  der  persönliche  Kontakt und die sichere Beziehung zwischen dem Kind/Jugendlichen und dem Begleiter. Sie verhilft dem  Kind/Jugendlichen,  sich  selbst  mehr  zuzutrauen,  offener  für  seine  eigenen  Gefühle, Gedanken, Anschauungen zu sein, Ziele für sich zu entwickeln, seine Impulse besser in den Griff  zu  bekommen,  sein  Sozialverhalten  angemessener  zu  gestalten  und  den  schulischen Anforderungen besser gerecht zu werden. 
 
Durch  die  langjährige  Vernetzung  mit  den  Schulen  und  Kindergärten  zeigt  sich  ein  hoher Bekanntheitsgrad unserer Arbeit. Dies ist von Vorteil für die Kinder, da der negative Fokus durch  die  Begleitung  unseres  Projekts  weitgehend  von  ihnen  genommen  wird  und  ihnen neuen Raum zur Veränderung bietet. Zum Weiteren ist es von Vorteil für die Ehrenamtlichen, da  häufig  ein  zeitnaher  und  unbürokratischer  Austausch  zwischen  Lehrern,  Erziehern  und Ehrenamtlichen  unter  Schweigepflicht  erfolgt.  Gemeinsame  Ziele  und  Vorgehensweisen werden erarbeitet und pädagogische Vorhaben entwickelt. Die persönliche Ansprache von uns an die Lehrer führt zur Entlastung der Lehrer, zu neuer Motivation und Engagement für den Schüler. Während die Zusammenarbeit mit Lehrern und Erziehern auf einer fachlichen Ebene stattfindet, finden die Gespräche mit den Eltern eher im Familien stützenden Sinne statt.