Kontak e. V. Archiv

Laienhelfer 2012

Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projektes „Über KONTAKT zum Lernen“ bieten Kindern und Jugendlichen Unterstützung an, die sich in einer schwierigen Lebensphase oder -situation befinden, die in der Schule Lernschwierigkeiten haben, ihre Hausaufgaben unzuverlässig erledigen und/oder die sich nur schwer konzentrieren können. Sie arbeiten mit einem Kind/Jugendlichen an einem oder zwei Tagen in der Woche jeweils zwischen 1 ½ bis 2 Stunden. Die Betreuung ist langfristig angelegt. Sie geschieht in entsprechend ausgestatteten Räumen in Reinbek, Glinde und Trittau und seit 2009 auch direkt in der Schule.

Die Arbeit mit den Kindern/Jugendlichen bedeutet eine hohe Anforderung an die Persönlichkeit der Ehrenamtlichen.

Seit Beginn des Projektes 1999 wurden 65 Kinder- und Jugendliche von 45 Ehrenamtlichen betreut.

2012 haben 19 Ehrenamtliche insgesamt 16 Kinder im Alter von 8 bis 24 Jahren begleitet, davon konnten 6 Kinder aus der Betreuung verabschiedet werden. Der regelmäßige Kontakt dauerte von kurzfristig einige Monate bis hin zu über 5 Jahren. Ein Jugendlicher wurde über die Schulzeit hinaus auch dieses Jahr weiterhin bei der Berufsfindung unterstützt.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden in zwei Gruppen fachlich durch Gisa Poltrock, Dr. Ursula Behrens Tönnies und organisatorisch durch Nicole Hilgert aus dem Beratungszentrum Südstormarn in ihrer Arbeit unterstützt. Sie führten hierzu je Gruppe zwei Arbeitstreffen im Monat durch, die genutzt wurden zu:

  • Fallbesprechungen
  • Erfahrungsaustausch (voneinander lernen)
  • Fortbildung zu ausgewählten Themen
  • Organisatorisches
  • Gemütliches Zusammensein

Die Ehrenamtlichen begleiten die Hausaufgaben, sie spielen, reden, sorgen für Regeln, streiten, helfen bei der Suche nach einem Praktikums- bzw. Ausbildungsplatz….und haben Spaß. Wertvoll für die Entwicklung der Kinder/Jugendlichen sind der persönliche Kontakt und die sichere Beziehung zwischen dem Kind/Jugendlichen und dem Begleiter. Sie verhilft dem Kind/Jugendlichen, sich selbst mehr zuzutrauen, offener für seine eigenen Gefühle, Gedanken, Anschauungen zu sein, Ziele für sich zu entwickeln, seine Impulse besser in den Griff zu bekommen, sein Sozialverhalten angemessener zu gestalten und den schulischen Anforderungen besser gerecht zu werden.
Durch die langjährige Vernetzung mit den Schulen und Kindergärten zeigt sich ein hoher Bekanntheitsgrad unserer Arbeit. Dies ist von Vorteil für die Kinder, da der negative Fokus durch die Begleitung unseres Projekts weitgehend von ihnen genommen wird und ihnen neuen Raum zur Veränderung bietet. Zum Weiteren ist es von Vorteil für die Ehrenamtlichen, da häufig ein zeitnaher und unbürokratischer Austausch zwischen Lehrern, Erziehern und Ehrenamtlichen unter Schweigepflicht erfolgt. Gemeinsame Ziele und Vorgehensweisen werden erarbeitet und pädagogische Vorhaben entwickelt. Die persönliche Ansprache von uns an die Lehrer führt zur Entlastung der Lehrer, zu neuer Motivation und Engagement für den Schüler. Während die Zusammenarbeit mit Lehrern und Erziehern auf einer fachlichen Ebene stattfindet, finden die Gespräche mit den Eltern eher im Familien stützenden Sinne statt.

Für die Arbeit der Laienhelfer ist eine regelmäßige Weiterbildung und Begleitung der Gruppen unerlässlich.

Deswegen fand am 24. und 25.9.2012 in der Akademie am See, Koppelsberg, in Plön eine gruppenübergreifende Fortbildung statt.
         
1. „Stärken und Ressourcen unserer Kinder“
    Schwerpunkte zur Förderung
   Dr. Ursula Behrens-Tönnies

2. „Theorie und Praxis in der Kunsttherapie“
   Uwe Schorb

Zu 1.:
In der Einheit ging es schwerpunktmäßig darum, die Ressourcen der einzelnen Kinder bewusst zu machen und sie stärker in den Fokus der Betreuungsarbeit zu stellen. Diese Sichtweise soll dabei helfen, dauernde Misserfolge beim Lernen zu überwinden und auch schon kleine Erfolge beim Lernen selbst wahrnehmen und auf diese aufbauen zu können („nichts macht erfolgreicher als der Erfolg“).

Außerdem ging es darum herauszufinden, wo und in welchen Bereichen die Gruppe der Ehrenamtlichen Unterstützung durch den Verein Kontakt benötigt. Hier wurde deutlich, dass die 14tägigen Supervisionstreffen für die Zufriedenheit in der Arbeit von elementarer Bedeutung sind. Auch werden weiterhin themenspezifische Fortbildungseinheiten als wichtiger Bestandteil der Arbeit angesehen.

Zu 2.
Der Kunsttherapeut Uwe Schorb stellte  zuerst theoretische Ansätze von Kunsttherapie und die Bedeutung für Entwicklungsprozesse in der Therapie vor. In einer zweiten Arbeitseinheit wurden die Teilnehmer angeleitet, sich praktisch mit den verschiedensten Arbeitsmaterialien und Facetten der Kunsttherapie zu beschäftigen.

Weitere Themen in den regelmäßigen Gruppentreffen:

  • Impact Therapy
Wirksame Interventionen der Kurzzeittherapie und deren Umsetzbarkeit in der praktischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen (Gisa Poltrock)
 
  • Die Bedeutung der Biografiearbeit für die Identitätsentwicklung
    (von Irmela Wiemann)
Erarbeiten einer Dokumentation der gemeinsamen Zeit von Jugendlichen und Ehrenamtlichen am Beispiel „Julien“

  • Vortrag über Entwicklungsschritte in der Grundschulzeit
    (Christoph Schmidt, Gisa Poltrock)

  • Neue Spiele für die Arbeit
Testung und Vorstellung von neuen Spielen
(Gisa Poltrock)

Weihnachtsfeier
Am 8.12.2012 fand die Weihnachtsfeier statt. Auf Wunsch der Teilnehmer wurde zunächst gemeinsam gespielt. Im Anschluss gab es ein weihnachtliches Essen.